Drei Aufgaben ohne interne Begriffe formulieren
Schreiben Sie beispielsweise auf: „Ich möchte wissen, ob diese Leistung für meinen Fall angeboten wird“, „Ich möchte eine Rückfrage stellen“ und „Ich brauche die aktuelle Vorbereitungsliste für einen Termin“. Verwenden Sie dabei keine Menünamen als Hinweis. Die Aufgabe „Klicken Sie auf Service“ prüft lediglich, ob ein bekanntes Wort gefunden wird, nicht ob seine Bedeutung verständlich ist.
Wählen Sie Aufgaben aus vorhandenen Inhalten. Wenn eine wichtige Antwort auf der Website überhaupt fehlt, ist das zunächst eine Inhaltslücke. Ein zusätzlicher Menüpunkt allein behebt sie nicht. Notieren Sie solche Fälle getrennt von schwer auffindbaren, aber vorhandenen Informationen.
Den Weg ab einer echten Einstiegsseite verfolgen
Öffnen Sie zunächst die Startseite und versuchen Sie, die erste Aufgabe ohne Vorwissen zu erledigen. Notieren Sie den ersten gewählten Link, das erreichte Ziel und Stellen, an denen Sie zurückgehen mussten. Sie müssen keine künstliche Höchstzahl von Klicks festlegen. Ein verständlicher zusätzlicher Schritt kann hilfreicher sein als ein kurzer Weg hinter einer unklaren Bezeichnung.
Wiederholen Sie den Versuch von einer Unterseite aus. Besucher beginnen nicht zwangsläufig auf der Startseite. Eine Leistungsseite sollte genügend Orientierung bieten, um zu verwandten Informationen oder zum Kontakt zu gelangen. Prüfen Sie dabei auch, ob der aktuelle Bereich erkennbar bleibt und ein Weg zur Startseite vorhanden ist.
Wenn möglich, lassen Sie eine Person mit wenig Projektwissen dieselben Aufgaben durchführen. Erklären Sie die Menübegriffe nicht vorab. Fragen Sie anschließend, welche Antwort sie hinter einem gewählten Link erwartet hat. Diese Beobachtung ist aussagekräftiger als die allgemeine Frage, ob die Website gefällt.
Bezeichnungen und Ziele gemeinsam korrigieren
Ein Menüpunkt wie „Mehr“ kann mehrere sehr unterschiedliche Erwartungen auslösen. Prüfen Sie, ob eine konkretere Bezeichnung den Inhalt genauer beschreibt. Benennen Sie einen Bereich aber nicht nach einem einzelnen Dokument, wenn dort mehrere andere Inhalte liegen. Der neue Begriff sollte sowohl die vorhandenen Seiten als auch den getesteten Weg verständlich machen.
Vergleichen Sie dieselbe Navigation auf einem kleinen Bildschirm. W3C empfiehlt, die Struktur über Bildschirmgrößen hinweg konsistent zu halten: Sichtbare Einträge sollen in derselben Reihenfolge mit derselben Bezeichnung zum selben Ziel führen. Ein zusammengeklapptes Mobilmenü darf die Darstellung ändern; es sollte nicht ohne erkennbaren Grund eine andere Websiteordnung anbieten.
Eine kleine Änderung erneut mit denselben Aufgaben testen
Ändern Sie zunächst die problematische Bezeichnung, Gruppierung oder Verlinkung und wiederholen Sie die ursprünglichen Aufgaben. Wenn Sie gleichzeitig sämtliche Inhalte und Menüs umstellen, lässt sich schwer erkennen, welche Änderung geholfen hat. Prüfen Sie nach einer Umbenennung außerdem mobile Darstellung, Unterseiten und gegebenenfalls die zweite Sprachversion.
Halten Sie das Ergebnis knapp fest: Aufgabe, vorherige Schwierigkeit, vorgenommene Änderung und neuer Weg. Notieren Sie auch offene Inhaltsfragen. So bleibt die Prüfung wiederholbar, wenn später weitere Seiten hinzukommen. Ein gelungenes Ergebnis bedeutet nicht, dass jeder Besucher sofort alles findet, sondern dass die geprüften Aufgaben mit nachvollziehbaren Bezeichnungen und erreichbaren Zielen erledigt werden konnten.



